Was Chronotypen mit Vögeln zu tun haben.

Vor einigen Jahren hatte ich eine Beziehung zu einem Mann, der abends ewig wach bleiben konnte, dafür aber morgens nicht aus dem Bett kam. Meist sahen diese Tage dann so aus, dass ich so gegen 23 Uhr im Bett verschwunden bin, während er auf dem Sofa sitzend noch eine DVD eingelegt hat. (Netflix und Co. war damals noch nicht so angesagt….)

Morgens bin ich dann gegen 8 Uhr spätestens energetisch aufgeladen aus dem Bett gehüpft und habe den Tag begrüßt, während  er sich noch bis Mittags im Bett umdrehte.

Mich hat das immer genervt, ich habe nicht verstanden, dass man einfach nicht hoch kommen kann morgens, nur weil man abends so lange wach war. Er hätte doch auch einfach früher ins Bett gehen können!

Heute weiß ich, dass er einfach nur eine Eule war, während ich nur als Lerche durchs Leben gehen kann.

Beides sind unterschiedliche Chronotypen. Als Chronotyp werden in der Chronobiologie die Kategorien von Menschen bezeichnet, die aufgrund der inneren biologischen Uhr (Tag/Nacht) physische Merkmale wie z. B. Hormonspiegel, Körpertemperatur, Schlaf- und Wachphasen, Leistungsvermögen zu unterschiedlichen Tageszeiten in unterschiedlicher Ausprägung besitzen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Lerchen einfach früher aufstehen und ihr Leistungshoch bereits am Morgen erleben. Sie werden dafür abends schneller müde. Die Lerche ist somit ein absoluter Morgentyp.

Die Eule hingegen steht spät auf und läuft erst im späteren Verlauf des Tages zu ihrer Hochform auf. Morgens ist sie einfach noch zu müde für große Sprünge und diese Müdigkeit lässt sich oft auch tagsüber nicht ganz abschütteln. Sie ist der klassischeAbendtyp.

Es gibt auch viele Menschen, die nicht eindeutig einem der beiden Typen zugeordnet werden können. Die meisten Menschen zählen sogar zu dieser Mitte und sind so genannte Neutraltypen.

Jüngere Menschen zählen häufiger zu den Eulen, wohingegen ältere Menschen meist zu den Lerchen gezählt werden können. Ich war in einer Jugend wohl auch eher eine Eule, aber irgendwann hat sich das geändert, ohne dass es mir bewusst geworden ist.

Menschen, die im Schichtdienst arbeiten, haben nun oft das Problem, dass sie entgegengesetzt zu ihrem eigentlichen Chronotyp arbeiten müssen. Es ist nicht immer möglich, als Lerche nur den Frühdienst zu absolvieren. Und als Eule kann man auch nicht immer nur die Nachtschicht übernehmen.

Wichtig ist, dass beide Typen darauf achten ein sich möglicherweise aufbauendes Schlafdefizit ausgleiche zu können. Deshalb sind freie Tage notwendig, um den eigenen Rhythmus leben zu können und so sein inneres Gleichgewicht stabil zu halten.

Ich lebe an meinen freien Tagen ein hemmungsloses Lerchenleben.

Ich stehe morgens spätestens sieben Uhr auf, starte frisch mit einer kalten Dusche in den Tag und habe kein schlechtes Gewissens, wenn mein Kopf gegen 23 Uhr ermattet aufs Kissen sinkt. Außerdem habe ich das Glück, jetzt eine Lerche an meiner Seite zu haben, so dass der Start sowie das Ende des Tages gemeinsam erlebt werden kann. Welches Glück!

An den Tagen, an denen ich arbeiten muss, versuche ich meinen Rhythmus anzupassen. Vor einem Nachtdienst gebe ich meinem Körper möglichst viel Ruhe und ich lege immer eine Stunde ein, in der ich wirklich bei Dunkelheit am Nachmittag liege, um noch einmal den Akku auftanken zu können, bevor es bis 6 Uhr in die Nacht geht. Anders kann ich meinen Körper nicht auf die Herausforderung bis zum nächsten Morgen etwas leisten zu müssen vorbereiten.

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