Zeitmanagement im Schichtdienst

Oft erreichte mich die Frage, wie meine Zeiten im Schichtdienst aussehen und wie ich es schaffe, meine Freizeit, Hobbys und Familie zu integrieren.
Ich möchte euch zunächst einmal meine aktuellen Dienstzeiten kurz vorstellen.
Ich arbeite immer in einem 5er Block. Die Schichtfolge sieht dabei folgendermaßen aus:
• Frühdienst 6-12 Uhr, danach Sport bis 15 Uhr
• Tagesdienst 6-18 Uhr
• Spätdienst 11:45-21 Uhr
• langer Nachtdienst 18-6 Uhr
• kurzer Nachtdienst 21-6 Uhr
Danach sind 2 1/2 Tage frei und dann geht’s wieder von vorn los.
Warum 2 1/2 Tage? Naja, am ersten freien Tag komme ich aus dem Nachtdienst, so dass ich erstmal schlafen muss. Also kann man diesen Tag nur als halben zählen.
 
 
Zeitmanagement
 
Das macht schon einige Stunden, die man innerhalb dieser 5 Tage abreisst. Nicht zu vergessen, dass immer auch die Option besteht, dass man mal länger machen muss, denn der Stift fällt nicht automatisch aus der Hand, wenn die Zeit für Feierabend gekommen ist. Ist man beispielsweise noch in einem Fall gebunden, kann sich der Feierabend sehr weit nach hinten verlagern. Es gab Tage, da endete mein Nachtdienst morgens um 10 Uhr,
Wichtig ist es nun, dass man seine Freizeit nicht dem Zufall überlässt. Gerade wer soziale Kontakte pflegen will, muss dies ein wenig planen, denn Verabredungen passen meist nur in die Tage, in denen man auch frei hat. Deshalb habe ich mir angewöhnt, mich langfristig mit Leuten zu daten, dann habe ich 1. etwas, worauf ich ich freuen kann und 2. schon eine kleine Struktur in meinen freien Tagen. Meistens nutze ich den zweiten freien Tag.
Den ersten freien Tag, also den Tag nach dem Nachtdienst lasse ich meist komplett offen. Hier erledige ich alles anstehende, was ich in den 5 Tagen liegen lassen musste. Ich entspanne mich, mache Sport, lese und gehe viel raus in die Natur. Der Tag gehört, wenn alles gut läuft, nur mir ganz allein. Es ist mein Ausgleich.
Grundsätzlich habe ich folgende Tipps & Tricks für dich, die mir im Laufe der Jahre geholfen haben, meine Tage effektiv zu nutzen.

1) Ich plane meine Verabredungen!
Wenn ich meine Verabredungen langfristig plane, halte ich sie auch ein. Gerade an Tagen, an denen ich ein wenig müde und kaputt bin, neige ich sonst dazu, einfach alles sein zu lassen und mich gar nicht erst zu etwas aufzuraffen. Das macht auf Dauer einsam und unglücklich.

2) Ich erlebe die Dinge bewusst!
Wenn ich an meinen freien Tagen Dinge unternehme, dann tue ich das mit ganzer Hingabe. Ich habe es mir abgewöhnt, dass ich bei einem Spaziergang ständig aufs Handy schaue. Ich genieße die Natur, ich spüre den Wind und ich sehe das Grün der Bäume. Das alles mag sich banal anhören, aber in Zeiten, in denen wir ständig Multitasking unterwegs sind, ist die Konzentration auf eine Sache schwer geworden. Viele Menschen können das schlicht und einfach gar nicht mehr und sind völlig überfrachtet mit all den Dingen, die sie gleichzeitig tun wollen. Das überfordert uns und macht uns krank.

3) Ich suche mir pro Tag nur eine wichtige Sache
Das Buch „One Thing“ beschreibt eigentlich eher die Vorteile der EINEN Sache in Bezug auf Unternehmen und Wirtschaftlichkeit, aber ich habe mir dieses Prinzip für mein Privatleben angeeignet. Es geht darum, den Tag mit DER einen Sache zu starten, die diesen Tag besser macht. Die EINE Sache, die besonders wichtig ist, die gemacht werden muss, die einfach dran ist. Diese Sache wird zuerst erledigt, ohne dass ich mich ablenken lasse. Das Handy ist lautlos, die Notification sind alle abgestellt und ich konzentriere mich voll und ganz auf das, was ich tue. Zum Beispiel auch diesen Blog. Wenn ich mir vornehme, an dem einen freien Tag einen Artikel zu schreiben, dann ist das die EINE Sache, die ich zuerst erledige. Alles andere kommt einfach danach.

4) Ich spreche offen mit Freunden über den Schichtdienst
Viele Menschen kennen keinen Schichtdienst. Sie arbeiten von Montag bis Freitag immer zur gleichen Zeit. Der Körper dankt es einem, wenn das so ist. Mir fehlt diese Regelmäßigkeit, ich muss meinen Körper anders behandeln. Ich muss vor einem Nachtdienst zusehen, dass ich noch ein wenig Ruhe bekomme und kann deshalb um 17 Uhr nicht zum Tennis gehen oder mich in einem Restaurant zum Abendessen treffen.
Ja, rein theoretisch könnte ich es natürlich schon, aber es würde mir nicht gut tun und mich die ganze Nacht nicht ausgeruht und fit sein lassen. Deshalb habe ich mir angewöhnt, den Leuten genau das zu erklären. Ich habe es nie erlebt, dass ich auf kein Verständnis getroffen bin.
So kann ich meine Zeit einfach anders mit den Menschen planen und muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich gewisse Termine einfach nicht wahrnehmen kann.

5) Ich habe Zeitfresser eliminiert
Ich habe begonnen, gewisse Dinge als die zu erkennen, was sie eigentlich sind – als Zeit raubende Aktivitäten. Wie oft checkst du beispielsweise deine Mails? Wie oft sitzt du vor dem Fernseher und siehst dir sinnlose Talkshows an?
Das sind alles Dinge, die ich streiche, um sie mit wertvollen Dingen zu ersetzen. Ich lerne beispielsweise derzeit viel über Ernährung und all diese Themen und ic verbringe meine freien Minuten lieber damit, mich dort weiterzubilden, als mich von unwichtigen Dingen ablenken zu lassen. Versuch auch du, die Zeitfresser in deinem Leben herauszufinden und wirf sie vor die Tür. Ein Akt der Selbstliebe!
 
 

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